Die niederländische Arbeitsaufsichtsbehörde (Nederlandse Arbeidsinspectie) gab am 18. September 2026 bekannt, dass zwei Männer wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Menschenschmuggel festgenommen worden seien, nachdem sie angeblich ausländische Mitarbeiter im Gastronomiebereich in acht Restaurants von drei indischen Restaurantketten in Utrecht, Amsterdam, Den Haag, Hoofddorp und Hilversum ausgebeutet haben sollen.
Den Ermittlern zufolge haben die Verdächtigen im Rahmen eines Programms für den Gastgewerbesektor, das eigentlich für spezialisierte Köche gedacht war, insgesamt mehr als 70 kombinierte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen erhalten und die Arbeitnehmer – überwiegend indische Staatsangehörige – stattdessen als Geschirrspüler, Reinigungskräfte, Kellner und Führungskräfte eingesetzt. Die Arbeitnehmer mussten angeblich 60 bis 80 Stunden pro Woche arbeiten – weit über die zulässige 38-Stunden-Woche hinaus –, ohne dafür eine zusätzliche Vergütung zu erhalten, und wurden durch Vertragsstrafen und Drohungen gegen ihre Familien in Schach gehalten. Die Behörde schätzt, dass durch dieses Vorgehen mehr als 4 Millionen Euro an unrechtmäßigen Gewinnen erzielt wurden. Immobilien, Bankkonten, Datenträger und Geschäftsunterlagen wurden beschlagnahmt.
Die Festnahmen erfolgten im Rahmen eines international koordinierten „Empact Action Day“ gegen Ausbeutung am Arbeitsplatz, bei dem 19 Kontrollen in den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz durchgeführt wurden, davon acht in den Niederlanden.
Quelle: Nederlandse Arbeidsinspectie (niederländische Arbeitsaufsichtsbehörde), offizielle Pressemitteilung vom 18. September 2026.