Beamte der Kriminalpolizei in Piła (Woiwodschaft Großpolen) nahmen am 11. September 2026 zwei Brüder im Alter von 37 und 38 Jahren aus dem Kreis Chodzież (Powiat Chodzieski) festgenommen, nachdem bei Durchsuchungen ihrer Wohnungen und eines angrenzenden Waldgebiets mehr als 400 Gramm verschiedener Betäubungsmittel sowie ein Revolver und Munition ohne die erforderliche Genehmigung gefunden worden waren. Die örtliche Polizeidienststelle veröffentlichte die Einzelheiten des Falls am 15. September 2026.
Die Ermittlungen waren aufgrund des Verdachts auf Drogenbesitz und -handel eingeleitet worden. Bei den Durchsuchungen fand ein Drogenspürhund im Zimmer des jüngeren, 37-jährigen Bruders rund 100 Gramm Amphetamin. Insgesamt beschlagnahmten die Beamten bei den beiden Männern mehr als 300 Gramm Marihuana, etwa 15 Portionen Amphetamin und rund 15 Portionen Haschisch. Auf dem Grundstück des 38-jährigen Bruders und in einem nahegelegenen Waldstück fanden die Ermittler zudem elf Cannabispflanzen, die offenbar für den Eigenbedarf angebaut wurden.
Im Besitz des 37-Jährigen fanden die Beamten außerdem einen Revolver sowie die dazugehörige Munition, für die keine gültige Genehmigung vorlag. Die Ermittler beschlagnahmten zudem mehr als 12.000 Złoty in bar, die nach ersten Erkenntnissen möglicherweise aus dem Drogenhandel stammten und als Sicherheit für eine mögliche künftige Geldstrafe einbehalten wurden.
Beiden Brüdern werden nun mehrere Straftaten zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 37-Jährigen neben dem illegalen Besitz von Betäubungsmitteln auch den illegalen Besitz einer Schusswaffe und von Munition vor – eine Straftat, die nach dem polnischen Waffengesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu acht Jahren geahndet werden kann. Der 38-jährige Bruder muss sich wegen illegalen Drogenbesitzes und des illegalen Anbaus von Cannabis verantworten; ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.
Die Ermittlungen wurden von der Kriminalpolizei in Piła geleitet, die offenbar über einen längeren Zeitraum hinweg Informationen über einen möglichen Drogenhandel der beiden Männer gesammelt hatte. Beobachtern zufolge deutet die spezifische Kombination verschiedener Arten von Betäubungsmitteln – von pflanzlichem Cannabis über synthetisches Amphetamin bis hin zu Haschisch – in Verbindung mit dem zusätzlichen Waffenfund auf eine vielschichtige kriminelle Aktivität hin, die sowohl den Anbau als auch den Weiterverkauf umfasst.
Beide Männer befinden sich derzeit in Haft; in ihrer ersten Stellungnahme machte die Polizei keine endgültigen Angaben dazu, ob eine formelle Untersuchungshaft im engeren Sinne angeordnet worden war, verwies jedoch auf das eingeleitete Strafverfahren und die gegen beide Brüder erhobenen formellen Anklagen.
Fälle wie dieser sind in den ländlichen Regionen von Großpolen keine Seltenheit: Ermittler, die im Zusammenhang mit Drogendelikten Durchsuchungen durchführen, stoßen regelmäßig auch auf illegal gehaltene Schusswaffen, deren Besitz die Eigentümer häufig mit Jagd- oder Sammelinteressen rechtfertigen, die jedoch in einigen Fällen auch zur Absicherung von Drogengeschäften aufbewahrt werden. Die polnische Polizei weist regelmäßig darauf hin, dass der illegale Waffenbesitz in ländlichen Gebieten – anders als in den größeren städtischen Zentren – überproportional oft im Zusammenhang mit anderen Straftaten wie Drogenhandel oder Wilderei aufgedeckt wird, da solche Waffen dort oft über Generationen hinweg im Familienbesitz verbleiben, ohne dass jemals die erforderlichen Genehmigungen eingeholt oder erneuert wurden.
Der Fall aus dem Landkreis Chodzież veranschaulicht zudem, wie polnische regionale Polizeibehörden – außerhalb der Zuständigkeit zentraler Behörden, die auf organisierte und schwere Kriminalität spezialisiert sind, wie beispielsweise das Zentralbüro für Ermittlungen (CBŚP) – eigenständig Ermittlungen bei mutmaßlichen Drogen- und Waffenverstößen durchführen und sich dabei häufig auf Hinweise aus der Bevölkerung sowie den gezielten Einsatz von Diensthunden stützen. Die Kriminalpolizei von Piła gehört zum Provinzpolizeipräsidium in Posen (Komenda Wojewódzka Policji w Poznaniu) und ist für die Verbrechensbekämpfung im nördlichen Teil der Woiwodschaft Großpolen zuständig.
In ihrer ersten Mitteilung machte die Polizei keine Angaben zum möglichen Absatzmarkt für die beschlagnahmten Betäubungsmittel oder zu weiteren möglichen Beteiligten. Auf der Grundlage der bislang veröffentlichten Informationen bleibt unklar, ob die beiden Brüder mit einer größeren regionalen Vertriebsstruktur in Verbindung stehen oder ob es sich um eine eigenständige, familiengeführte Aktivität handelte. Nach Angaben der Polizei dauern die Ermittlungen an.