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STETTIN/WARSAU – CBŚP nimmt mutmaßlichen Drogenhändler fest: 25 Kilogramm Betäubungsmittel beschlagnahmt

In der Nacht vom 13. auf den 14. September 2026 nahm das Zentrale Ermittlungsbüro der Polizei (Centralne Biuro Śledcze Policji, CBŚP) unter der Leitung der Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität und Korruption in Stettin (Westpommern) einen 36-jährigen Mann fest. Ihm wird vorgeworfen, einer organisierten kriminellen Vereinigung angehört und mit erheblichen Mengen an Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Im Rahmen der Operation und der anschließenden Durchsuchungen beschlagnahmten die Ermittler fast 25 Kilogramm verschiedener Drogen, deren Schwarzmarktwert die Staatsanwaltschaft auf rund 1,2 Millionen Złoty (etwa 280.000 Euro) schätzt.

Unter dem beschlagnahmten Material befanden sich etwa ein Kilogramm Kokain, acht Kilogramm Marihuana sowie größere Mengen Mephedron und MDMA. Die Ermittlungen liefen bereits seit einiger Zeit und gipfelten in der nächtlichen Festnahmeaktion, die von Beamten des CBŚP unter der verfahrensrechtlichen Aufsicht der Staatsanwaltschaft durchgeführt wurde. Die Behörden gaben den Fall am 15. September 2026 in einer Pressemitteilung bekannt und erklärten, dass der Verdächtige – der in offiziellen Mitteilungen aus Datenschutzgründen nur als „Michał O.“ bezeichnet wurde – noch am selben Tag einem Gericht vorgeführt wurde.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das zuständige Gericht für den Mann drei Monate Untersuchungshaft an. Ihm werden Verstöße gegen § 258 Abs. 1 des polnischen Strafgesetzbuchs (Beteiligung an einer organisierten kriminellen Vereinigung) und § 56 Abs. 3 des Gesetzes zur Bekämpfung der Drogenabhängigkeit (Handel mit erheblichen Mengen an Betäubungsmitteln) vorgeworfen. Beide Straftaten können nach polnischem Recht zusammen zu langen Freiheitsstrafen führen.

Bemerkenswert ist, dass der 36-Jährige den Ermittlern nicht unbekannt ist: Er war bereits im Jahr 2023 festgenommen worden, nachdem bei ihm mehr als 38 Kilogramm verschiedener Substanzen – darunter 3-CMC, Marihuana, Amphetamin und Kokain – im Wert von rund 1,3 Millionen Złoty gefunden worden waren. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Verdächtige trotz des früheren Verfahrens seine Aktivitäten im Drogenhandel fortgesetzt hat und Teil eines größeren, organisierten Netzwerks ist, das den Vertrieb von Betäubungsmitteln in Westpommern und möglicherweise darüber hinaus koordiniert.

Die Ermittler betonten, dass der Fall einen „fortlaufenden Charakter“ habe – ein Ausdruck, der in Erklärungen der polnischen Staatsanwaltschaft häufig verwendet wird, um darauf hinzuweisen, dass weitere Festnahmen und Anklagen nicht ausgeschlossen sind. Die Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität und Korruption in Stettin gehört zu einem landesweiten Netzwerk spezialisierter Abteilungen innerhalb der polnischen Generalstaatsanwaltschaft (Prokuratura Krajowa), die sich speziell mit Strukturen befassen, die über einzelne Regionen hinaus tätig sind.

Der Fall reiht sich in eine ganze Serie von Erfolgsmeldungen der CBŚP im September 2026 ein: Allein in der ersten Monatshälfte hat die Behörde mehrere Labore für synthetische Drogen ausgehoben und Betäubungsmittel im Wert von mehreren zehn Millionen Złoty beschlagnahmt. Die CBŚP ist Polens zentrale Polizeieinheit zur Bekämpfung der schweren und organisierten Kriminalität und arbeitet eng mit den regionalen Staatsanwaltschaften, dem Grenzschutz (Straż Graniczna) und der Nationalen Finanzverwaltung (Krajowa Administracja Skarbowa, KAS) zusammen.

Nach dem polnischen Strafgesetzbuch wird die Beteiligung an einer organisierten kriminellen Vereinigung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu acht Jahren geahndet; die Gründung oder Leitung einer solchen Vereinigung kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren führen. Der Handel mit erheblichen Mengen an Betäubungsmitteln gemäß § 56 Abs. 3 des Betäubungsmittelgesetzes wird mit einer Freiheitsstrafe zwischen einem und zehn Jahren geahndet; bei besonders großen Mengen – was hier angesichts der beschlagnahmten Menge der Fall zu sein scheint – kann der anwendbare Strafrahmen weiter ansteigen.

Die Staatsanwaltschaft gab weder die Herkunft der Drogen noch ihren vorgesehenen Absatzmarkt bekannt. Auch zu möglichen weiteren Mitgliedern der mutmaßlichen Gruppe äußerten sich die Behörden zum Zeitpunkt der Pressemitteilung nicht. Die Ermittlungen dauern an.

Der Fall verdeutlicht, wie die polnischen Sicherheitsbehörden im Herbst 2026 verstärkt gegen etablierte Wiederholungstäter im Drogenhandel vorgehen. Der Verweis der Ermittler auf den Fall des Verdächtigen aus dem Jahr 2023 lässt darauf schließen, dass die Behörden davon ausgehen, dass seine kriminellen Aktivitäten trotz einer früheren Strafverfolgung ununterbrochen fortgesetzt wurden. Beobachter der organisierten Kriminalität in Polen sagen, dass solche Rückfälle nicht ungewöhnlich sind, insbesondere wenn frühere Verfahren eher zu milderen Strafen als zu langen Haftstrafen geführt haben.

Für die weitere Aufklärung des Falls wird es wahrscheinlich von Bedeutung sein, ob es den Ermittlern gelingt, die Lieferketten und Abnehmernetzwerke rund um den Festgenommenen vollständig zu rekonstruieren. Die hohe Reinheit und Vielfalt der beschlagnahmten Substanzen – von Kokain und Marihuana bis hin zu synthetischen Partydrogen wie MDMA und Mephedron – deutet nach Einschätzung der Ermittler auf ein breit gefächertes Vertriebsnetz hin, wie es typischerweise von mehreren zusammenarbeitenden Gruppen betrieben wird.