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Immobilienbesitzer betrieb laut Polizei ein geheimes Bordellnetzwerk in Vorstadthäusern in Aulnay-sous-Bois

Die Polizei in den nordöstlichen Vororten von Paris hat ein auf Immobilien basierendes Prostitutionsnetzwerk zerschlagen, das laut Ermittlern mehrere gewöhnliche Vorstadthäuser in Aulnay-sous-Bois in geheime Bordelle verwandelt hatte, die seit mindestens zwei Jahren betrieben wurden. Dabei wurden mehr als eine Million Euro in bar, Bankguthaben und Immobilien beschlagnahmt.

Die „Brigade de Répression du Proxénétisme“ (BRP), die auf die Ermittlung gegen Zuhälterei und Netzwerke der sexuellen Ausbeutung spezialisierte Pariser Polizeieinheit, nahm am 8. September 2026 drei Personen fest, nachdem seit dem Frühjahr 2025 Ermittlungen liefen. Im Mittelpunkt des Falls steht ein Immobilienbesitzer, der von den Ermittlern als Mohamed E. identifiziert wurde, sowie ein Paar und eine junge Frau im Alter zwischen 26 und 50 Jahren, die alle im Zusammenhang mit der Aktion festgenommen wurden.

Den Ermittlern zufolge besaß Mohamed E. mehrere „Pavillons“ – die für die Gegend um die Rue de la Division-Leclerc in Aulnay-sous-Bois typischen freistehenden Einfamilienhäuser –, die er in das umwandelte, was die Polizei als regelrechte geheime Bordelle und nicht als gewöhnliche Mietwohnungen bezeichnet. Auslöser der Ermittlungen war im Frühjahr 2025 die Meldung einer Frau bei der Polizei, die angab, im Jahr 2024 an der Adresse in der Rue de la Division-Leclerc als Sexarbeiterin tätig gewesen zu sein; dies lieferte den Ermittlern den ersten Anhaltspunkt, der zur Einleitung des Verfahrens führte.

Im Laufe der rund 17-monatigen Ermittlungen erstellte die Polizei ein finanzielles und operatives Bild des Netzwerks und verfolgte dabei, wie die Immobilien genutzt und wie die Erlöse aus dem Betrieb verwaltet wurden. Als die Festnahmen im September 2026 vollzogen wurden, beschlagnahmten die Ermittler 30.110 Euro in bar, die in der Wohnung eines Verdächtigen gefunden wurden, sowie weitere 60.000 Euro, die von damit verbundenen Bankkonten eingezogen wurden. Von besonderer Bedeutung war die Anordnung eines französischen Gerichts zur Beschlagnahme von drei Immobilien im Besitz von Mohamed E. in Aulnay-sous-Bois mit einem Gesamtwert von rund 1,2 Millionen Euro – eine Maßnahme, die das Ausmaß der Immobiliengeschäfte widerspiegelt, die offenbar durch die mutmaßliche Ausbeutungsoperation finanziert oder aufrechterhalten wurden.

Nach Angaben von „Le Parisien“ zu diesem Fall stellten die Ermittler fest, dass der Eigentümer offenbar von den Mieteinnahmen aus den Häusern lebte, ohne die wahre Art oder den Umfang dieser Einnahmen gegenüber den französischen Steuerbehörden anzugeben, was den zugrunde liegenden Vorwürfen der Vermittlung und der Erzielung von Gewinnen aus Prostitution (proxénétisme) eine steuerliche Betrugsdimension hinzufügt. Der doppelte Charakter des Falles – sexuelle Ausbeutung in Verbindung mit nicht deklarierten Einkünften, die direkt mit dieser Ausbeutung zusammenhängen – ist ein Muster, das laut französischen Ermittlern im Bereich der Bekämpfung des Menschenhandels zunehmend in immobilienbasierten Prostitutionsnetzwerken auftritt, die von gewöhnlichen Wohngebäuden aus operieren, im Gegensatz zu besser sichtbaren Operationen auf der Straße oder in bestimmten Lokalen.

Der Fall in Aulnay-sous-Bois reiht sich ein in eine Serie ähnlicher, an Immobilien gebundener Prostitutionsnetzwerke, die in den letzten Jahren in den nordöstlichen Vororten von Paris aufgedeckt wurden, einem Gebiet, das wiederholt die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gezogen hat, weil Privathäuser in nicht genehmigte Orte der sexuellen Ausbeutung umgewandelt wurden – oft unter Einbeziehung schutzbedürftiger Frauen, die für diese Arrangements angeworben oder dazu gezwungen wurden, sowie Betreiber, die sich in der Öffentlichkeit als gewöhnliche Vermieter präsentieren. Lokale Berichte über die Region Aulnay-sous-Bois weisen auf ein wiederkehrendes Muster hin, wonach solche Netzwerke in den letzten Jahren immer wieder in der Gegend aufgetaucht sind, wobei die Polizei zwar regelmäßig einzelne Betriebe zerschlägt, doch tauchen unter anderen Eigentümerstrukturen stets neue wieder auf.

Gegen die drei im September 2026 festgenommenen Verdächtigen wird wegen des organisierten und anhaltenden Charakters der Aktivitäten im Zusammenhang mit schwerer Zuhälterei (proxénétisme aggravé) sowie wegen Finanzdelikten im Zusammenhang mit nicht gemeldeten Mieteinnahmen und der Verschleierung illegaler Erlöse durch Immobilien ermittelt. Das französische Recht sieht für schwere Formen der Zuhälterei – darunter Fälle, bei denen regelmäßige Unterkünfte, organisierte Strukturen oder die Ausbeutung mehrerer Opfer über einen längeren Zeitraum hinweg zum Einsatz kommen – deutlich höhere Strafen vor als für einfache Zuhälterdelikte. Dies spiegelt die Strenge wider, mit der die Justiz gegen organisierte Netzwerke der sexuellen Ausbeutung vorgeht, die unter dem Deckmantel gewöhnlicher Mietwohnungen operieren.

Die Ermittlungen der BRP dauern offenbar an. Dabei geht es unter anderem darum, weitere Opfer zu identifizieren, die möglicherweise während des etwa zweijährigen Zeitraums, in dem das Netzwerk mutmaßlich tätig war, in den Immobilien gearbeitet haben, sowie das gesamte Ausmaß der durch den Betrieb erzielten finanziellen Erlöse über die bereits beschlagnahmten Vermögenswerte hinaus zu ermitteln. Insbesondere die Beschlagnahmung der drei Immobilien dürfte in allen nachfolgenden Gerichtsverfahren eine herausragende Rolle spielen, da französische Gerichte die Einziehung von Vermögenswerten zunehmend als zentrales Instrument bei der Strafverfolgung organisierter Ausbeutungsnetzwerke einsetzen, um den Betreibern die Immobilien und die finanzielle Infrastruktur zu entziehen, die den Fortbestand solcher Operationen ermöglichen.